Buch | Di. 23.05.17 | 19:30

Gespräch über ein Buch

Siri Hustvedt „Die gleißende Welt“

Moderation: Silvia Sacher-Rudorffer

Siri Hustvedt Die gleissende Welt Foto Rowohlt VerlagDas "Gespräch über ein Buch" ist eine vierteljährlich stattfindende Veranstaltung (Planung und Organisation: Brigitte Rischkau-Niebuhr) des Kulturforums am Hafen. Das jeweils angekündigte Buch sollte von allen Teilnehmern gelesen sein, um darüber zu einem Gespräch und Gedankenaustausch zu kommen.

In einer literarischen Analyse beschäftigt sich die von Silvia Sacher-Rudorffer moderierte Gesprächsrunde mit der Struktur und dem Inhalt des 2014 erschienenen Romans „Die gleißende Welt“ (Originaltitel: „The Blazing World“) der US-amerikanischen Schriftstellerin Siri Hustvedt.

Siri Hustvedt, eine der erfolgreichsten Autorinnen Amerikas, schreibt in ihrem Roman über den Sexismus der Kunstwelt.

Für Literaturkritiker ist das Buch „ein mutiges, schillerndes Meisterwerk, das alle großen Themen Siri Hustvedts aus Literatur, Kunst, Psychologie und Naturwissenschaften versammelt.“

Den Titel für ihr Werk hat sie von der englischen Schriftstellerin Margaret Cavendish, der Duchess of Newcastle, übernommen. "Die gleißende Welt" ist der Titel eines utopischen Romans von Margaret Cavendish, die im 17. Jahrhundert als eine der ersten Frauen überhaupt unter ihrem eigenen Namen publizierte. Deren gleichnamiger Roman aus dem Jahr 1666 stellt für Siri Hustvedt eine Inspiration für das künstlerische Schaffen ihrer Hauptfigur Harriet Burden dar.

Harriett Burden war als Gattin eines einflussreichen New Yorker Galeristen immer nur die Frau an der Seite eines berühmten Mannes. Nach dem Tod ihres Mannes gilt sie zwar als reich, wird ansonsten aber belächelt und ihre Kunst findet keine Beachtung.

Als Witwe wagt sie nun ein raffiniertes Experiment: Sie versteckt sich und ihr Talent als Installationskünstlerin hinter dem angeblichen Werk dreier männlicher Künstler – deren Ausstellungen dann gefeiert werden. Doch der Deal droht zu platzen, als einer der Männer ihr Rollenspiel durchkreuzt. Und schon ist man mittendrin in den Machenschaften des Kunstbetriebs, in einer Welt von Gier, Vorurteilen, Ruhm und Geld.

„Die gleißende Welt“ ist ein sehr dichter, komplexer Roman, der nicht leicht zu durchdringen ist. Harriett Burden ist eine sehr intelligente Frau und gleichzeitig von Selbstzweifeln zerfressen. Sie befasst sich fast schon obsessiv mit der intellektuellen Unterdrückung der Frau. Ihr Vorbild ist Margaret Cavendish und deren Spuren finden sich überall in Harrys Geschichte, nicht zuletzt im Titel dieses Buchs. Aufgemacht ist dieses Buch im Stile einer Biographie und wirkt wie ein Sachbuch, mit Fußnoten und Quellenverweisen.

Pressestimmen

Hustvedts Porträt der Künstlerin als alternde Witwe! Selten trifft man auf eine Heldin, die so großspurig, egomanisch, lustvoll, zartbesaitet und mutig ist – eine überlebensgroße Jederfrau. (The New York Times)

Der beste bislang! (The Washington Post)

Hustvedts größter Triumph in diesem Buch ist nicht die Diskussion der Geschlechterfrage, sondern dass wir mit jedem einzelnen Charakter mitfühlen. Dies ist ein muskulöses Buch, und genügend von diesen Muskeln sitzen im Herzen. (The Boston Globe)

Ein ausnehmend cleveres Buch – es macht seinem Titel alle Ehre. (The Times)


Veranstalter: Kulturforum am Hafen e.V. - Land in Sicht

Di.  23. Mai 2017 | 19:30 Uhr | Eintritt frei

Besucher seit dem Relaunch am 01.07.2014

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