IMF 2018 | Fr. 07.09.18 | 20:00

Anna Haentjens + Sven Selle

IMF 2018 - "...und bleibe Berlinerin" - Marlene Dietrich und ihre Chansons

Anna Haentjens 2 - Foto Gudrun HeitmannIn ihrem Programm „ … und bleibe Berlinerin“ präsentieren Anna Haentjens (Gesang und Rezitation) und Sven Selle (Klavier) eine Auswahl der Erfolgsschlager aus dem Repertoire von Marlene Dietrich.

Biografische Anmerkungen und Zitate aus den Memoiren der Dietrich geben Einblicke in die Lebensgeschichte dieser außergewöhnlichen Bühnenpersönlichkeit.

„Ich bin, Gott sei Dank, Berlinerin! Ich sage ‚Gott sei Dank’, weil der Berliner Humor mir mein ganzes Leben erleichtert und mir geholfen hat, nicht in dem Gram der Welt zu ertrinken“, so die am 27. Dezember 1901 in Berlin-Schöneberg als Offizierstochter geborene Marlene Dietrich im Rückblick auf ihr Leben, das geprägt war von einer langen, wechselvollen Karriere als Schauspielerin und Chansonnière.

„Als wir uns das erste Mal trafen, verdiente sie weniger als ein Straßenfeger“, soll der legendäre Regisseur Josef von Sternberg geäußert haben. 1929 engagierte er die bis zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte Marlene Dietrich für die Rolle der Tingel-Tangel-Sängerin Lola-Lola in seinem Film „Der blaue Engel“ und machte sie über Nacht zum Star.

Ihre Begabung zur Chansonsängerin hatte Marlene Dietrich bereits ein Jahr zuvor anlässlich ihrer Mitwirkung in der literarischen Revue „Es liegt in der Luft“ am Kurfürstendamm in Berlin gezeigt. Zunächst zum Vorsprechen ins Theater bestellt, antwortete sie auf die Frage, ob sie auch singen könne: „Ja, ein bisschen.“

Doch erst ein Vierteljahrhundert später, im Alter von 52 Jahren begann Marlene Dietrichs Karriere als Bühnenstar, als Sängerin mit eigener Show. „Niemand hat meinen Gesangs-stil beeinflusst“, so Marlene Dietrich in ihrer Autobiografie „Nehmt nur mein Leben“. Und weiter: „Ich dachte auch immer zuerst an den Text und erst dann an die Melodie. Bis zum heutigen Tag wähle ich kein Lied, dessen Worte mir nicht etwas Besonderes sagen.“

Zu Beginn ihres umfangreichen Chansonrepertoires standen die von Friedrich Hollaender für den „Blauen Engel“ kreierten Lieder, deren Melodien zu den erfolgreichsten gehören, die für Marlene Dietrich geschrieben wurden.

Ihre internationale Karriere als Chansonnière hat die Dietrich u.a. der Tatsache zu verdanken, dass sie die meisten ihrer Lieder in mehreren Sprachen vortrug. Songs von Cole Porter und amerikanische Folksongs zählten ebenso zu ihrem Repertoire wie französische Chansons. So sang sie auch den Titel „La vie en rose“ aus dem Repertoire der mit ihr befreundeten Edith Piaf. Sie interpretierte Kinderlieder genauso überzeugend wie Songs von Bertolt Brecht und Kurt Weill.

Doch ihre Vorliebe galt den Schlagern ihrer Kindheit, den Alt-Berliner Liedern, mit denen Marlene Dietrich aufgewachsen war. 1965 nahm sie die von ihr so genannten „sanften blauen Bänder der Erinnerung“ für eine Langspielplatte auf.

Die Dietrich, die während der Zeit des Nationalsozialismus mit Deutschland gebrochen hatte, behielt ihre Heimat lebenslang im Herzen. Am 6. Mai 1992 starb sie in Paris, wo sie ihre letzten Lebensjahre verbrachte. Ihrem Wunsch entsprechend wurde sie in Berlin-Friedenau beerdigt.


Veranstalter: Kulturforum am Hafen e.V. - Land in Sicht

Fr. 07. September 2018  | 20:00 Uhr | Kulturforum am Hafen | Eintritt € 15,00

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