Ringelnatz | Sa. 21.10.17 | 20:00

Literarischer Abend mit Heike Feist und Michael Ihnow

Schöner scheitern mit Ringelnatz

Presse 1 by T. GlogerEs gibt Tage, da ist einfach komplett der Wurm drin. Heike Feist und Michael Ihnow kennen das.

Deshalb haben sie sich auf die Fahne geschrieben, überaus stilvoll zu versagen – auf einer Reise durch das Leben des großartigen Dichters Joachim Ringelnatz, einem kleinen Mann mit großer Phantasie, der das Scheitern und Wiederaufstehen bestens beherrschte.

Denn jedes Scheitern ist auch eine Chance, hinter jeder verpassten Ausfahrt kann auch ein Lächeln lauern.

„Schöner scheitern mit Ringelnatz“ heißt ihr Theaterabend mit Papierkostümen und Papierrequisiten. Mit Liedern, Zitaten, Briefen und Anekdoten wird die Zeitspanne vorgestellt, in der Joachim Ringelnatz, der als Hans Bötticher geboren wurde, meist verkannt wurde, zu kämpfen hatte und vieles doch mit Humor und Glaube meisterte.

Das Leben des Kabarettisten, Dichters und Schriftstellers, dessen Physiognomie seine Umwelt zur Karikatur reizte, war reich an Tiefpunkten. Markante Lebensstationen sowie die Beziehung zu seiner Frau werden beleuchtet und Unbekanntes zu Tage gefördert.

Heike Feist und Michael Ihnow wollen zusammen mit dem Publikum scheitern, aber: „Wir wollen schöner Scheitern!“ Wohl dem, der dabei die bewundernswerte Gabe hat, sich mit (schwarzem) Humor wieder auf die Beine zu stellen und das nächste Abenteuer zu wagen. Und deshalb haben sie sich jemanden an die Seite geholt, der das Scheitern und Wiederaufstehen bestens beherrscht. Ein kleiner Mann mit vorstehendem Kinn, großer Nase und noch größerer Phantasie: Joachim   Ringelnatz.

Ringelnatz ließ sich nicht entmutigen. Ohne Rücksicht auf Verluste ging er seinen Weg, der ihn nach vielen Fehlschlägen und stets an der Grenze beispielloser Armut endlich zum Erfolg führte. Was ist von einem Dichter zu halten, der in einem seiner „Kindergebetchen“ betet: „Lieber Gott, ..., verzeih mir, dass ich gähne. Beschütze mich in aller Not, mach meine Eltern noch nicht tot, und schenk der Oma Zähne."? Ringelnatz besitzt Tiefsinn für Skurriles, verbunden mit der Fähigkeit, auch die düsteren Zeiten des Lebens mit lockerer, keinesfalls verharmlosender Zunge heller aussehen zu lassen.

Feist und Ihnow gelingt es, das Drama dieses Lebens in Texten von Ringelnatz, verbunden mit     eigenen Texten, zur Biografie werden zu lassen. Das Publikum lacht nicht übers Scheitern eines oftmals Glücklosen. Das Lachen steckt in den kleinen Dingen, und es steckt im „Dennoch“ eines Stehaufmännchens. Wie Ringelnatz selbst mit dem Scheitern umging? „Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt“ – dieses Zitat sagt viel über den Humoristen aus.

Für die Darstellung schlüpfen Heike Feist und Michael Ihnow in die unterschiedlichsten Rollen,     beginnend mit dem frechen Jungen, der mit Trotz auf die Hänseleien seiner Umwelt reagierte, und seiner strickenden Mama. Das Scheitern in der Schule, das Scheitern als klein gewachsener,       sehschwacher Schiffsjunge, als Hilfsarbeiter in einer Schlangenbude auf dem Hamburger Volksfest, als Obdachloser im englischen Hull – es steht im krassen Gegensatz zu Ringelnatz’ Begabung als Poet und Worteerfinder, auch als Maler.

Foto:

www.heikefeist.de


Veranstalter: Kulturforum am Hafen e.V. - Land in Sicht

Sa.. 21. Oktober 2017 | 20:00 Uhr | Eintritt wird noch bekanntgegeben

Besucher seit dem Relaunch am 01.07.2014

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