Die wilden 60er, 70er, 80er

14. Juni 2020

27. September 2020

Sonntags 11:00 Uhr – 18:00 Uhr | Eintritt frei

Fotoausstellung
Das war die Zeit des Vietnamkriegs, der Studentenbewegung, der sexuellen Revolution, Aufbruch zu mehr Demokratie und sozialer Gerechtigkeit, zu gesellschaftlichen Veränderungen auf allen Ebenen.

 

Das Buxtehuder Modell an der Halepaghen-Schule, Dutschke-Besuch 1968, Politisierung in Buxtehude! DKP, KBW, KPD/ML, Rote Garde gründeten ihre Zellen.

 

IG-Kunst, Kunstkiste, KIK, Regina Bar, Bali-Kino, Esso-Tanke in Buxtehude sowie die Kultkneipe Underground in Rübke, Treffpunkt der Hamburger Jazz Szene, waren die kulturellen Brennpunkte.

 

Udo Lindenberg verewigte die „Buxtehuder Jungs“ in seinem Song „Reeperbahn“ (1978).

 

Die Künstlergruppe IG Kunst entstand Anfang der 1970er Jahre. Sie trat von Anfang an mit der Planung und Realisation von Projekten in Buxtehude an die Öffentlichkeit, z. B. mit Aktionen wie „Rettet das Fleth“, „Erhalt Haus Fischerstraße“ – „Petriplatz wird Marktplatz“ oder mit dem Aufbau eines Kulturzentrums am Ostfleth, Mitarbeit im Kulturausschuss der Stadt Buxtehude sowie der Idee zum 1. Kunstpreis der Stadt.

 

Die Buxtehuder „Kunstkiste“ hatte ihr Domizil in einer alten Schmiede. Dort entstand auch das Ur-Modell des „Buxtehuder Bullen“, geschmiedet vom Bildhauer Mingo Güthling.

 

In der Literaturhöhle beim Buchhändler Wilfried Ziemann gab es Lesungen, vor allem mit vielen Autorinnen und Autoren aus der DDR und dazu hervorragenden Rotwein.

 

Die Malerin Ruth begrüßte mit dem Kleinkunst-Igel die Kabarettstars der Republik.

 

Eine Einzelerscheinung war Thomas Peiter, ein Interaktionskünstler, Animateur und Stadtteilkünstler. Er hat z. B. auf der Documenta 1972 mit Josef Beuys und Klaus Steeck zusammengewirkt. 1993 baute er sein Wohnhaus in Buxtehude zum Musée Peiter aus.

 

Dieter Klar tanzte auf vielen Hochzeiten, international und lokal, und hat jetzt zusammen mit Bernd Utermöhlen aus seinem eigenen Fundus und dem von Szene-Zeitzeugen eine Fülle von Material für die Ausstellung zusammengetragen, Fotos reproduziert und zum Teil in Montagen zusammengefügt, die die Zeit der 60er, 70er und 80er Jahre in ihrer ganzen Wildheit und ihrem Drang zu Neuerungen und Veränderungen lebendig werden lassen.

 

Die Ausstellung wird voraussichtlich ab dem 14. Juni im Kulturforum am Hafen zu sehen sein. Zunächst nur sonntags von 11 bis 18 Uhr, natürlich unter den geltenden Corona-Bestimmungen. Ein Eröffnungsveranstaltung findet nicht statt.

 

Dieter Klar und Bernd Utermöhlen

 

Foto: archiv-klar