„Die wilden 60er und 70er Jahre“

4. Juli 2020

27. September 2020

18:00 Uhr | Eintritt frei

Fotoausstellung
Eröffnung am Samstag,04.07.2020 um 18:00 Uhr

Die Ausstellung nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch „die wilden 60er und 70er Jahre“ in Buxtehude. Gezeigt werden Bilder, Dokumente und Kunstobjekte aus jener Zeit.

 

In Buxtehude gründete 1971 der Dammhauser Zeichner und Grafiker Jürgen K.F. Rohde zusammen mit Bürgern und Künstlern wie dem Maler Jürgen Parusel und dem Interaktionskünstler Thomas Peiter die Interessengemeinschaft Kunst (IG Kunst). Über Jahre leisteten sie Kunst und Kulturarbeit in der Stadt Buxtehude, entwickelten Konzepte zur Erhaltung der Altstadt oder machten mit Kunstaktionen auf Fehlentwicklungen in der Stadt aufmerksam.
Insbesondere Thomas Peiter (1926-2009) war bekannt für seine provozierenden Aktionen, um Anstoß zu erwecken. Die Schilddrüse eines Schweins präsentierte er in einer konservierenden Flüssigkeit, bemalte einen Sarg, in dem der abgestorbene Stamm eines Nadelbaumes lag, zeigte Röntgenbilder seiner krebskranken Frau oder produzierte sich nackt in der Öffentlichkeit („Pimmel-Peiter“).

 

Nur aus Spaß und um anderen Menschen mit Kunst und Kunsthandwerk etwas mehr Freude und Farbe ins Leben zu tupfen, gründeten Stefan Adam, Detlev Brummer, Mingo Güthling, Dieter Klar, Heinz Lange und Alfred Zander 1967 in Buxtehude die „Kunstkiste“ . Der kleine Laden lag direkt am Viver zwischen mittelalterlichen Hausmauern, Werkstätten und Fabrikhallen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die angeschlossene Schmiede diente als Werkstatt u.a. für das Schmieden von Leuchtern und die Herstellung des berühmten Buxtehuder Bullen. In der Bildhauerwerkstatt wurden mit Ölfarbe Bilder auf Leinwand komponiert.

 

Kaum ein Jahrzehnt hat Deutschland so geprägt und verändert wie „die wilden 60er“. Der Kalte Krieg beherrschte die Welt, die Mauer wurde errichtet und teilte das Land für 40 Jahre. Die Musik der Beatles eroberte die heimischen Wohnzimmer. Und mit ihr kam es zu einer modischen und kulturellen Rebellion der Jugendlichen. Der erste Mensch machte einen Schritt auf dem Mond. Die Frauen emanzipierten sich und die ersten Studentenrevolten legten den Grundstein für mehr Freiheit und Gerechtigkeit, aber auch für mehr Gewalt.

„Die wilden 70er“ sind eine Zeit des Aufbruchs und der kulturellen Öffnung. Wenn man an die 70er Jahre denket, denkt man an Hippietum, freie Liebe, lange Haare und Schlaghosen, daran, dass es damals ziemlich bunt, ein bisschen verrückt und individualistisch zuging. Mini-Rock, Apfelshampoo und Ilja Richters Disco – Sinnbilder einer skurrilen wie aufregenden Dekade. Die 1970er-Jahre waren eine Zeit, die zahlreiche seltsame Stilblüten ebenso wie zeitlosen Kult hervorbrachte.

 

Ausstellung bis 27.09.2020

 

Foto: archiv-klar