Filmgeschichte(n) mit Dr. Norbert Aping

15. Oktober 2020

19:30 Uhr | Eintritt € 5,00

Wolfgang Staudte:  „Der Untertan“ (DDR 1951, 109 Minuten, Regie: Wolfgang Staudte)

 

Der Defa-Film „Der Untertan“ von Wolfgang Staudte ist ein Klassiker, der in den 1950er Jahren bei der bundesdeutschen Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft erhebliche Probleme hatte und eine Kontroverse auslöste.

Der Spielfilm ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Heinrich Mann, der die Filmrechte für seinen 1918 erschienenen Roman der DEFA übertrug, aber starb, bevor der Film gedreht wurde.

 

Der Film war von Beginn an als Prestigeobjekt der DEFA und sogar der DDR-Kultur angelegt, so dass Staudte und sein Kameramann Robert Baberske trotz des erhobenen Vorwurfs des Formalismus ungestört arbeiten konnten. Der Film gilt heute als Prototyp einer zum einen werksgetreuen, zum anderen aber eigenständigen Literaturverfilmung.

 

Wolfgang Staudte sagte zur Botschaft seines Films: „Ich will die Bereitschaft gewisser Menschen um 1900 zeigen, die über zwei Weltkriege hinweg zum Zusammenbruch Deutschlands im Jahre 1945 führte. Es soll eine Weiterführung meiner Anklage gegen diese Kreise und eine Warnung vor diesen Menschen sein, wie ich es schon in dem Film ‚Die Mörder sind unter uns‘ ausdrücken wollte.“